Österreichisches  Kulturforum Berlin


// 11.09.2014

Eröffnung des Gedenk- und Informationsorts für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde

"Ich zeige das Licht ohne es festzuhalten" (Nikolaus Koliusis)

(c) Marko Priske

Am 2. September 2014 wurde in Berlin der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde der Öffentlichkeit übergeben. Die Gedenkstätte befindet sich in der Tiergartenstraße 4. Bei der Übergabe im Foyer der Philharmonie sprachen neben der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und Prof. Dr. Peter Funke, Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Agehörigenvertreter Dr. Hartmut Traub und Sigrid Falkenstein erinnerten in einer Lesung an die zahlreichen Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde.

Im November 2011 beschloss der Deutsche Bundestag, einen Gedenkort für die etwa 300.000 Opfer der NS-"Euthanasie"-Morde in der Berliner Tiergartenstraße 4 zu errichten. Dort befand sich die koordinierende Dienststelle, die von Januar 1940 bis August 1941 mit der Aktion T4 die Massenmorde an Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten organisierte. Die "Euthanasie"-Opfer und die zwangssterilisierten Menschen gehörten lange zu den vergessenen Opfern der NS-Herrschaft.

Im November 2012 lobte das Land Berlin einen Gestaltungswettbewerb aus, in dem sich der Entwurf der Architektin Ursula Wilms sowie des österreichischen Künstlers Nikolaus Koliusis und des Landschaftsarchitekten Heinz W. Hallmann durchsetzte.

Die neuentstandene Erinnerungsstätte umfasst eine transparente blaue 24 Meter lange Glaswand, die auf einer zur Mitte leicht geneigten dunklen Fläche aus anthrazitgefärbtem Bodenbelag verläuft. Eine begleitende Freiluftausstellung informiert über die Geschichte der NS-„Euthanasie“-Morde mit ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein.

Weiter Informationen zur Gedenkstätte unter Gedenkstätte T4 < zurück