Österreichisches  Kulturforum Berlin


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Austtellung >besiedlung

Ausstellung

Zeit

So, 1. Dez 2013, 17:00 - Di, 10. Dez 2013, FR19:00

Ort

aquabitArt
Auguststraße 35
10119 Berlin - Mitte

Links:

www.art.aquabit.com

Vernachlässigte Bauwerke, unbesiedelte Lebensräume,  rekolonisierte Territorien – Schauplätze, die als Ausgangspunkte der Fotografien von Sophie Tiller [Wien] und der Grafiken von Susanne Piotter [Berlin] dienen, die hier zum ersten Mal aufeinander treffen.
>besiedlung  zeigt die Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Rekolonisierung [sur]realer Welten und stellt die Frage nach Verantwortung über die verlorene Funktion dieser Schauplätze. Wem gehören diese Orte? Wer hat mehr Berechtigung – Natur oder Mensch? Wer gewährt wem Asyl und wer gewinnt den Kampf auf Zugehörigkeit? Aspekte, die weit über Wien und Berlin hinausgehen und unterschiedliche Interpretationen zulassen.

Die Ausstellung >besiedlung soll keine Antworten geben, aber zeigen, dass trotz der Dichotomien - Werden und Vergehen, Inszenierung und Realität, Zufall und Berechnung, Ordnung und Chaos - ein Nebeneinander in der Kunst wie auch im Leben möglich ist. 
 
Sophie Tiller lebt und arbeitet in Wien, wo sie an der Akademie der bildenden Künste die Klasse für Kunst und Fotografie absolviert hat.
In ihren Fotografien, die im Zuge einer Kubareise 2013 entstanden sind, zeigt sie an zwei unterschiedlichen vom Menschen weitgehend verlassenen Schauplätzen - einer Wohnhausanlage und einem leerstehenden Kurhotel - Pflanzen und Spuren tierischer Besiedlung. Der Rückeroberungszug der Natur in das vom Menschen Geschaffene wird auch in ihrem Langzeitprojekt [Beginn 2008] „Der Parasit“ thematisiert. Hierfür lässt Sophie Tiller Naturkundebücher, die geistige Schöpfung des Menschen und dadurch auch Lebendiges, mit tatsächlichen Lebewesen, den Pflanzen eine Verbindung eingehen und überlässt sie dann dem natürlichen Kreislauf. Das Buch steht in dieser Arbeit symbolhaft für die kulturelle Leistung des Menschen, die über seinen Tod hinaus existiert und zur Grundlage neuer Transformations-prozesse wird. Sophie Tiller hält die verschiedenen Stadien und Zuständen der besiedelten Bücher in prozesshaften Versuchsanordnungen fotografisch fest.
 
Susanne Piotter studierte Bühnenbild an der Academy of Fine Arts & Design in Maastricht/NL, sie lebt und arbeitet in Berlin.
Ihre Grafiken, die an Filmszenerien und theatrale Räume erinnern, zeigen verlassene Orte im Spannungsfeld von Kultur und Natur. Die Künstlerin sammelt mit ihrer Kamera Bilder von solchen Orten und entfernt anschließend solange überflüssige Details und störende Bereiche bis sie die gewünschte Atmosphäre von Abgeschiedenheit erzeugt hat. Schicht für Schicht entstehen im Siebdruck räumliche Arrangements die den Hintergrund für eingefügte Elemente bilden, die sich in der Umgebung einnisten und die vorgefundene Atmosphäre verändern.

Verfall und Dekonstruktion bilden die Basis für die Siebdrucke, in denen sich die Natur zurückerobert, was ihr einst gehörte. Susanne Piotters Absicht ist es nicht diesen Verfall zu dokumentieren. Es geht vielmehr um eine Inszenierung, die das dystopische Potential der Orte untersucht und sich mit deren Entwicklung, Möglichkeiten und Vergänglichkeit auseinandersetzt.

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